Unsere Epoche kennt Humanit?t und Entsetzen, h?chste Intelligenz und organisierte Verbl?dung. Alles erw?chst aus den Orientierungssystemen der Menschen und ihrer Gesellschaft. Dies ist das Motiv f?r die Analyse, wie die Orientierungen der Menschen sich aufbaut und welche Unterst?tzung oder Behinderungen sie durch die Institutionen erf?hrt. Um sich orientieren zu k?nnen, fabrizieren Menschen eine Landkarte ihrer sozialen Welt im eigenen Kopf. Ihr Ma?stab ist Sympathie, N?he und Ferne. Ausgehend von diesen Einblicken in die psychische Werkstatt der Orientierung wird dargelegt, wie sich der Einzelne in der modernen Welt zu Recht findet, und wo er scheitert. Zu den ?berraschenden Befunden der Untersuchung z?hlt: Wir urteilen ?sthetisch, wenn wir nichts wissen; in unseren Erkl?rungen und Ursachenzuschreibungen lauern Gefahrenpotenziale; mit besserer Information w?chst die Anbivalenz, auch Entscheidungsunf?higkeit; die Gewalt als Beispiel f?r einen falschen Zusammenhang von Geist und Organisation. Dummheit erw?chst der Informationsgesellschaft aus der Erwartung, der Markt neuer Techniken der Kommunikation verb?rge allseitige Transparenz, Aufkl?rung und Humanit?t. Keine Technik f?hrt automatisch eine bessere Welt herbei. Buchdruck und Bibel?bersetzung haben Auschwitz nicht verhindert. Wenn Institutionen sich nicht modernisieren und ihren Aufkl?rungsauftrag vergessen, senken sie das Niveau der in der Gesellschaft verf?gbaren Intelligenz, Wissen wird nicht genutzt. Zonen der Dummheit entstehen paradoxerweise auch in einer Welt intelligenter Technik. Das Buch bietet ein sozialpsychologisches Panorama unserer Zeit, der Orientierungsprobleme in der Gesellschaft, Politik und Religion. Es schlie?t mit einer kulturgeschichtlichen Betrachtung: Unter dem Schock neuer Entdeckungen und Orientierungslasten wird die Person auf sich selbst zur?ckgeworfen. Darin gleicht die Gegenwart der Renaissance. Orientierungsprobleme in der Transformationsgesellschaft - Raum und l3G