Erfolgreiche Kanzlerkandidaten der Bundesrepublik waren Konrad Adenauer, Willy Brandt oder Helmut Kohl. Als Regierungschefs haben sie Geschichte gestaltet, an der Spitze christ- oder sozialdemokratisch gef?hrter Koalitionen gestanden. Ihre Pr?senz ist uns selbstverst?ndlich. Doch beinahe h?tten die deutschen Bundeskanzler Kurt Schumacher, Franz Josef Strau?, Oskar Lafontaine oder Edmund Stoiber gehei?en. Warum diese jedoch bei dem Versuch scheiterten, ins Machtzentrum der deutschen Politik, das Kanzleramt, vorzudringen, ergr?ndet der zweite Band der G?ttinger Studien zur Parteienforschung. Was hat die Nominierung der Kandidaten beg?nstigt? Wie verlief der Wahlkampf? Und warum haben sie die politische B?hne am Wahltag als Verlierer verlassen? Neben biographischen Wurzeln, generationellen, pers?nlichen und politischen Pr?gungen beachten die Analysen gesellschaftliche Bedingungen, einschneidende Ereignisse im Wahljahr, parteiinterne, konkurrenz- und medienpolitische Konstellationen. Im Focus stehen die Fragen nach den M?glichkeiten politischer F?hrung und den Ursachen des Scheiterns, die die erfolglosen Kanzlerkandidaten zu tragischen Helden der deutschen Politik haben werden lassen.Daniela Forkmann / Saskia Richter Wenn politische F?hrung scheitert. Eine Einleitung 1 Das Scheitern in der Politik am Beispiel erfolgloser Kanzlerkandidaten Im Grunde ist es gew?hnlich, nicht Bundeskanzler der Bundesrepublik Deuts- land geworden zu sein. Doch f?r diejenigen, die es werden wollten, ist das V- fehlen ihres Ziels ein herber R?ckschlag. Sie haben den W?hlern ihre Parteien und Positionen vorgestellt, das Land in ihren Reden und Debattenbeitr?gen e- wickelt, Zukunftsbilder entworfen. Nur umsetzen konnten sie ihre Pl?ne nicht. Denn den Platz, den sie im Kanzleramt einnehmen wollten, besetzte schlie?lich ein Anderer. Die gescheiterten Kanzlerkandidaten der Bundesrepublik Deutschland - ben ?ffentlich Schiffbruch erlitten. Das mag banal klingen, denn in jedem We- bewerb, so auch ilļ