Die Untersuchung geht auf der Grundlage von zwanzig Stunden Tonband-Aufnahmen von authentischen Alltagsinteraktionen der Frage nach, was in privater Kommunikation als ironisch gilt, wie und warum ein Sprecher Ironie einsetzt und wie die Zuh?rer darauf reagieren. Es zeigt sich, da? ironische ?u?erungen kommunikativ als negative Bewertungen wirken, aufgrund ihrer indirekten Ausdrucksweise aber ein beachtliches Wirkungsspektrum entfalten. Dieses wird anhand zahlreicher Belege aus dem Korpus detailliert analysiert und auf soziale Gruppenprozesse der Aushandlung, Best?tigung und Abgrenzung von gemeinsamen Wertma?st?ben bezogen.Ironie ist ein ausgesprochen schillernder und illustrer Begriff. Selbst wenn hier nur die gr??ten Denker angef?hrt w?rden, die sich in den letzten zweitausend Jahren mit ihm besch?ftigt haben - ein eigenes Buch w?re das Resultat, in dem sich die Geistes? geschichte des Abendlandes widerspiegeln w?rde. Solche ber?hmten Namen aber wecken falsche Erwartungen. Denn hier soll es nicht um Philosophen, Dichter oder Redner gehen, sondern um den Alltag. Gerade die hohen Vorstellungen von Ironie haben lange Zeit die Tatsache verdeckt, da? es die gro?en Meister der Ironie nicht nur in den B?chern gibt, sondern auch und vielleicht vor allem im Leben. Und am Anfang stand auch kein Buch, sondern das Gespr?ch: Sokrates hat nie eine Zeile geschrieben. Die vorliegende Untersuchung soll also Ironie an ihrem Ursprung aufsuchen, I und das hei?t. im ganz allt?glichen Gespr?ch im Freundeskreis. Und obwohl Ironie aufgrund ihrer Faszination und Mystifikation viel behandelt und er?rtert wurde, mu? zun?chst einmal gekl?rt werden, was dort ?herhaupt unter Ironie verstanden wird. Erst dann l??t sich fi'agen, warum man sie unter bestimmten Umst?nden verwendet und ob sich dasselbe nicht auch anders sagen lie?e. Um die Ant\\ort gleich vorwegzunehmen: Es l??t sich nat?rlich nicht anders sagen. Ironie bietet eine L?sung f?r eine ganze Reihe kommunikativer Aufgaben, eine Strategie lz