Der Band geht wissenshistorischen Beziehungen von Literatur und ?konomie nach, indem er die kulturwissenschaftlich noch kaum diskutierten Begriffsfelder Kredit und Bankrott fokussiert. Finanzpolitische Diskussionen bilden den hochaktuellen wie tiefenhistorischen Einsatzpunkt: Als ambigue Kippfigur zwischen Spekulation und Zutrauen sind Kredit und Bankrott ebenso Prinzip der ?konomie wie Operation literarischer Produktions- und Wirkungs?sthetik. Kulturhistorische Konstellationen von Finanzwirtschaft und Literatur werden so nicht allein inhaltlich thematisch, sondern bilden ?sthetische Fakturen, die sich durch das Spannungsverh?ltnis von Glauben, Ruin, ?berschuss oder Kollaps generieren und Literatur wissenspoetisch dynamisieren.
Kredit und Bankrott in der deutschen Literatur.- Finanzieller Aufstieg und Fall im vormodernen Roman.- Kredit- und Vertrauenspraktiken im Fortunatus.- Gott als Gl?ubiger. Kredibilit?t und pikarisches Erz?hlen bei Mateo Alem?n und Aegidius Albertinus.- Mangel im ?berfluss: Kredit und Ruin im Schlaraffenland und in der ?konomie der Fr?hen Neuzeit.- Geld oder Leben. Bankrott und Rettung im 18. Jahrhundert und in Kotzebues Der Opfertod.- Kredit Glauben Wahn. Paranoische Formen von Soll und Haben bei Heinrich von Kleist und Robert Walser.- Im Graubereich der Macht. M?ller, Tieck und Goethe ?ber Staatskredit und Papiergeld.- Aus Wilhelms Brieftasche. Dichtung und Kredit in Goethes Roman Wilhelm Meisters Wanderjahre.- Bankrotte in Serie. Ein semantischer Komplex zwischen fiktionaler Gestaltung und faktualer Aushandlung in Literatur- und Kulturzeitschriften der Gr?nderzeit.- Die Schulden des Herrn Julius Caesar. Brechts fiktionale Kredit?konomie.- Weltbankrott. Friedrich D?rrenmatts Dramaturgie der Finanzkrise.- Wirtschaftsroman oder Wirtschaftspop? Zur Poetik des Kredits in Rainald Goetz Johann Holtrop.
Maxilm