Die Art und Weise, in der wir als Gesellschaft mit Gesundheit und Krankheit umgehen, wird ma?geblich durch Fragen der (Eigen-)Verantwortung gepr?gt: Wer ist verantwortlich daf?r, dass ein Mensch erkrankt? Die Person selbst, ihr soziales Umfeld, oder strukturelle Gegebenheiten? Und wessen Aufgabe ist es, das entstandene Problem zu beheben? Wie oder wem Menschen gesundheitliche Verantwortung zuschreiben, wird nicht zuletzt durch das Framing in der journalistischen Berichterstattung beeinflusst. Einem interdisziplin?ren Ansatz folgend beleuchtet dieses Buch die Responsibility Frames in der Berichterstattung und ihren Entstehungsprozess das Responsibility Frame Building. Am Beispiel von Depressionen und Diabetes mellitus werden mittels einer Kombination von Inhaltsanalyse und Leitfadeninterviews die mediale Darstellung von Verantwortung im Gesundheitskontext, die krankheitsspezifischen Vorstellungen von Journalist*innen sowie die individuellen, organisatorischen und externen Einfl?sse auf die Berichterstattung beleuchtet. Die Befunde liefern einen wichtigen Einblick in Frame Building Prozesse in der journalistischen Nachrichtenproduktion. Dabei zeigt sich, dass Journalist*innen eine zentrale Rolle f?r die mediale Zuschreibung gesundheitlicher Verantwortung zukommt.
Einleitung.- Responsibility Framing aus Kommunikator*innenperspektive: Theoretische und konzeptuelle Einord.- Soziale Aspekte von Gesundheit.- Responsibility Framing im (Gesundheits-)Journalismus: Status Quo in Theorie und Empirie.- Im Fokus: Verantwortung f?r Depressionen und Diabetes mellitus.- Erkenntnisinteresse und Untersuchungsanlage.- Ergebnisdarstellung und Diskussion.- Fazit und Ausblick.- Literatur.
Die Autorin
Annemarie Wiedicke ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut f?r Koml–