Dieses Buch bietet einen ersten wissenschaftlichen ?berblick ?ber einen bislang vernachl?ssigten Bereich der deutschsprachigen Kriminalliteratur, der unter der Genrebezeichnung Thriller firmiert und den Buchmarkt derzeit geradezu dominiert. Dabei besteht das Ziel des Bandes zum einen darin, mithilfe der versammelten Fallstudien Licht ins Dunkel der historischen Entwicklung dieses Genres zu bringen: Angefangen bei Norbert Jacques Dr. Mabuse (1921) als Thriller avant la lettre ?ber die Heftromankultur der Nachkriegsjahrzehnte sowie den Spionageroman und Hardboiled-Krimi der 1980er Jahre bis hin zu postmodernen Destruktionen des Genres durch Georg Klein und Heinrich Steinfest sowie den momentan ?u?erst erfolgreichen Psychothrillern Sebastian Fitzeks und Juli Zehs deckt der Band dabei Teile einer nach wie vor versch?tteten Geschichte nichtkanonisierter Literatur auf. Zum anderen wird es stets auch darum gehen, erz?hlstrukturelle und gattungstheoretische Spezifika der betrachteten Werke zu identifizieren sowie ihre Teilhabe an zeitgen?ssischen Diskursen, z.B. ?ber das B?se, ?ber Wahnsinn, Macht und (politische) Feindschaft, ?ber den Konstruktcharakter von Wirklichkeit und die Rolle der Kunst, auszuloten.
Nikolas Buck: Der Thriller Genrestruktur und dominante Diskurse.- Nikolas Immer: Maskenspiele. Manipulation und Mimikry in Nobert Jacques' Roman Dr. Mabuse der Spieler (1921).- Simon Hansen: Die Augen des B?sen Thea von Harbous Roman Spione (1928).- Hans-Edwin Friedrich: Vom Spionageroman zum utopischen Spionageroman. Zu Karl-Herbert Scheers Heftromanserie Zur besonderen Verwendung.- Nikolas Buck: Der Feind im Inneren. Zum Spionagethriller der 1980er Jahre.- Kai U. J?rgens: Wir sind ausverkauft, Kinder. Kunstwelt und Kriminalit?t in J?rg Fausers Kant (1987).- Jill Thielsen: Selbstbeobachtungen eines Genres. Die Krlc‡