Politiker sind Kunstprodukte - das gilt jedenfalls f?r die Art und Weise, wie sie in der ?ffentlichkeit dargestellt und wahrgenommen werden. Ihre Pers?nlichkeit, ihre Kompetenz, ihre moralischen Qualit?ten sind soziale Konstrukte, deren Zustandekommen und Auspr?gung die Massenmedien wesentlich bestimmen. So hat Helmut Kohl die Vereinigungswahl 1990 deshalb so ?berlegen gewonnen, weil er selbst im st?rker der SPD zugeneigten politisch-publizistischen Milieu den Eindruck vermitteln konnte, der geeignetere Kandidat zu sein. Lafontaine verlor indessen schon sehr fr?h die Unterst?tzung in der eher linken Presse. Dies ist das Ergebnis der Inhaltsanalyse der Kommentierung publizistisch bedeutender Zeitungen im Wahljahr 1990. Der Analyse liegt ein dynamischer Ansatz zugrunde, mit dem wesentliche Konstruktionsprinzipien f?r Politiker-Images aufgezeigt werden k?nnen.1.1 Problembeschreibung Bei der Politikvermittlung sind die Massenmedien die wichtigsten Instrumente. Politische Informationen werden ?ber die Nachrichtenkan?le verbreitet und daher fungieren die Massenmedien als Bindeglied zwischen den politischen Akteuren und den W?hlern. Die W?hler k?nnen ?ber politische Vorg?nge h?ufig nicht auf? grund pers?nlicher Erfahrungen urteilen, sondern sie haben etwas dar?ber in den Massenmedien gelesen, geh?rt oder gesehen. Die W?hler haben auch die politi? schen Akteure, und insbesondere Kanzlerkandidaten, meist weder pers?nlich ge? troffen noch mit ihnen sprechen k?nnen. Alles was sie ?ber die Kandidaten wis? sen, haben sie den Massenmedien entnommen. Nur wenige Menschen haben dar? ?ber hinaus Gelegenheit, ihr Urteil durch pers?nliche Kontakte mit den Spitzen? politikern der Parteien zu ?berpr?fen. Die Medien haben also eine besondere Rolle bei der Konstruktion der politi? schen Realit?t. Dies ist vielfach aufgezeigt worden. I In den Medien ist aber eine Vielfalt an unterschiedlichen politischen Orientierungen anzutreffen. Dement? sprechend sind mediale Darstellungen und BewertunlÓF