Das Thema der kollektiven Autor:innenschaft, bereits in den 1990er Jahren mit Blick auf die damals neuen technologischen M?glichkeiten breiter diskutiert, scheint aktuell erneut auf ein wachsendes Interesse zu sto?en, etwa unter dem Stichwort der :Kollaboration9. Der vorliegende Band fragt nach der Schwellenfunktion der digitalen Wende, die sich in eine Folge von weiteren medialen, epistemischen, ?sthetischen und sozialen Schwellen und historisierbaren Konstellationen einreiht, die Konzepte von kollektiver Autorschaft/Autor:innenschaft hervorgebracht und grunds?tzlich ver?ndert haben. Die partizipatorische Kultur sowie Verfahren der ?produsage?, die sich in den medialen Konvergenzbewegungen der j?ngeren Vergangenheit feststellen lassen, haben Zurechnungsstrategien von Autorschaft, an denen lange festgehalten wurde, au?er Kurs gebracht. Dazu sind auch die in der Tradition der Avantgarden stehenden Projekte der generativen Codeliteratur zu z?hlen, die sich von den auf und mittels Plattformen produzierten und distribuierten Texten durch das vorausgesetzte Code-Wissen und den gezielten Gebrauch digitaler Technik unterscheiden lassen. Wurde die automatische Generierung von Text in der Vergangenheit oft als Auslagerung von Autor:innenschaft auf die Maschine konzipiert, r?ckt hier die Frage nach der ?Arbeitsteilung zwischen Mensch und Maschine? in den Vordergrund.
Michael Gamper, Anna Luhn, Nina Tolksdorf, Paul Wolff: Kollektive Autor:innenschaft. Digital/analog Einleitung.- Paul Wolff: Alone Together? Social-Media-Autor:innenschaft zwischen Einsamkeit und Gemeinschaft.- Andreas B?lhoff: A Language of the Envelope. Autor:innenschaft als User:innenschaft.- Cornelia Ortlieb: Gemeinschaftliches Liebesschreiben. Der Roman als soziales Medium in der Literatur der Gegenwart.- Susanne Str?tling: Der graphische Pakt. Autorschaftskonflikte in Schreibgemeinschaften.- Berit Glanz: Pop Kollektiv. GPT-Plcx