Die Dynamik, die Gegens?tze und die Flexibilit?t sozialer Institutionen stehen im Mittelpunkt dieses Sonderhefts der KZfSS. In den Beitr?gen werden vor allem drei Gesichtspunkte ber?cksichtigt: 1. Institutionelle Entstehung und Entwicklung werden sichtbar gemacht an der Institutionalisierung von Ethnizit?t in den USA, der Entstehung des Parteiensystems in Polen, von Bewegungsparteien in Italien sowie an der Entwicklung der Europ?ischen Union. 2. Institutioneller Verfall und Abbau werden an der Ent-Institutionalisierung des staatlichen Gewaltmonopols und dem Verfall der italienischen Parteien behandelt. 3. Institutionelle Reform und Ver?nderung werden dargestellt an der Reform des Wahlrechtssystems in Italien und der Entstehung der Europ?ischen Union.Birgitta Nedelmann I Der Ausgangspunkt Viele dramatische Erscheinungen der j?ngsten Vergangenheit legen es nahe, politischen Institutionen und deren Wandel gesonderte Aufmerksamkeit zu schenken. Der System? zusammenbruch in Ostmitteleuropa und die Vereinigung der beiden deutschen Teilstaaten hat der soziologischen Institutionenanalyse eine Reihe wichtiger Forschungsfragen aufge? tragen: Wie sieht der Proze? des Zusammenbruchs traditioneller Institutionen eigentlich im einzelnen aus? Wie werden ?berholte, aber renitente Institutionen abgewickelt , wie neue aufgebaut? Wie lassen sich Institutionen westeurop?ischen Modells in osteurop?ische Kontexte transferieren und dort integrieren? Einige dieser Fragen sind bereits soziologisch erforscht worden, die Beantwortung anderer steht noch aus. Aber nicht nur der Zusammenbruch der sozialistischen Systeme fordert die soziologische Institutionenanalyse heraus, sondern auch der oft nicht minder dramatische Wandel, den einige westeurop?ische Demokratien seit einiger Zeit erfahren. Hierbei ist etwa an die Umw?lzungsprozesse gedacht, die die italienische Republik (ob erste oder zweite , sei dahingestellt) seit einigen Jahren durchmacht. Obwohl der Zusammenbruch der italieni? schen lC€