Demokratischer Streit braucht gute Argumente. Die Politikwissenschaft lehnt es jedoch h?ufig ab, sich am aktuellen demokratischen Meinungsstreit zu beteiligen. Das ist in diesem Band anders. Egbert Jahn zeigt, wie mit politikwissenschaftlichen Argumenten in aktuellen Streitfragen diskutiert werden kann.Vorwort W?hrend meiner Lehrt?tigkeit als Ordinarius f?r Politikwissenschaft und Ze- geschichte baten mich Studenten hin und wieder, zu aktuellen politischen T- men Stellung zu nehmen, was ich dann nach M?glichkeit stets im Gespr?ch getan habe. Bei den regul?ren Vorlesungen habe ich mich jedoch auf die Ana- se der politischen Positionen beschr?nkt, da ich es nicht f?r zul?ssig ansehe, das Lehr-Katheder f?r politische Predigten und Bekenntnisse zu mi?brauchen. Wie viele meiner Studenten halte ich es f?r eine fatale Entwicklung der Politikw- senschaft, sich immer mehr nur mit recht abstrakten politischen Strukturen, Entscheidungsprozessen, mit dem W?hlerverhalten und dergleichen zu bef- sen, aber nicht mehr mit Politiken, mit politischen Inhalten und Gegenst?nden, die in der ?ffentlichkeit heftig umstritten sind. Bei allgemeinen politischen und p?dagogischen Veranstaltungen habe ich mich als Politikwissenschaftler, der sich auf die Friedens- und Konfliktf- schung konzentriert hat, nie darum gedr?ckt, mich in Vortr?gen zu brisanten politischen Themen zu ?u?ern, in die ich mich gr?ndlicher eingearbeitet hatte, auch wenn ich nicht jahrelang eigene Forschung zu diesen Themen betreiben konnte. Das gro?e Privileg der lebenslangen Besch?ftigung mit politis- historischen Themen hat wohl eine gewisse F?higkeit zur kritischen Ausein- dersetzung mit aktuellen Nachrichten, zur Beschaffung von Hintergrundinf- mationen und eine Schulung der Urteilskraft erzeugt, deren ?ffentliche Nutzung von politisch interessierten Studenten wie von Senioren mit einem Weiterb- dungsinteresse zu Recht eingefordert wird.Sinn und Zweck einer politikwissenschaftlichen Vorlesungsreihe zur Zeitgeschichte -ló#