Als Franz Josef Strau? am 3. Oktober 1988 stirbt, steht die CSU zun?chst f?hrerlos da. Die Nachfolger bekommen die Partei zwar schnell in den Griff, doch vers?umen sie bis 1993 die organisatorische Modernisierung. Dennoch bleibt die Partei bei Wahlen stabiler als viele Beobachter zun?chst denken. Unter der F?hrung von Edmund Stoiber gelingt der Partei ein erneutes Wachstum aus traditionellen Wurzeln, die sie weiter die erfolgreichste christdemokratische Partei Europas bleiben l?sst. Daf?r sind nicht nur das F?hrungspersonal, sondern besonders auch sozialstrukturelle Grundlagen und eine klare regionale Interessenpolitik verantwortlich. Wie genau die CSU in Zeiten sich wandelnder Gesellschaften und abschmelzender Parteimilieus sowie sich individualisierender Wahlentscheidungen ihre Stabilit?t im bayerischen Wahlvolk halten konnte - darum geht es in diesem Buch.Es ist der 5. Oktober und im Prinz-Carl-Palais in M?nchen sind betroffene Ge? sichter zu sehen. Vor einem schwarzen Vorhang steht der Sarg. Er ist von einer wei?-blauen Rautenfahne verh?llt und mit einem Bukett aus wei?en Rosen und Dahlien geschm?ckt. An jeder Seite brennen drei Kerzen, sechs bayerische Polizisten mit gr?nen Stahlhelmen auf den K?pfen und mit Trauerflor am Arm halten Wache. Franz JosefStrau? ist tot. Alle sind sie zur Trauerfeier gekommen und erweisen ihm die letzte Ehre. Max Streibl verneigt sich vor dem Sarg, so tief, dass er sich gar nicht mehr auf? zurichten scheint. Gerold Tandler schl?gt beflissen ein Kreuz vor der Brust. Und Peter Gauweiler salutiert wie ein Soldat vor den sterblichen ?berresten seines Ziehvaters. Die Trauerfeier f?r den toten Patriarchen gleicht der eines K?nigs. Und Strau? war ja auch zumindest ein ?bervater. Der 62j?hrige Trauergast Erich Probst aus M?nchen fasst es zusammen: Er war ein Spitzenmann. Es wird kei? nen geben, der ihn ersetzen kann. Die CSU wird es sehr schwer haben, wenn sie ihre Popularit?t behalten will. '. ! Drei Tage sp?ter wird in Rott am Inn weiterlĂ