Sparpolitik ist als politisches und wissenschaftliches Thema in der Bundesrepublik Deutschland ein Novum. Mehr als drei?ig Jahre fast permanenten realen Wirtschaftswachstums haben Einstellun? gen und Erwartungen aller Wirtschaftseinheiten auf Expansion ein? gestimmt, nicht auf Reduktion. Die gesamtgesellschaftlich domi? nante Erfahrung unserer Nachkriegsentwicklung betrifft die Tatsa? che, da? alle gleichzeitig und kontinuierlich mehr an privatem Wohl? stand und an ?ffentlichen Leistungen erhalten konnten. Dies gilt wenigstens als M?glichkeit, denn f?r einzelne Individuen, Gruppen oder Regionen hat es innerhalb des allgemeinen Wachstums stets auch zumindest tempor?re Wohlstandseinschr?nkungen und be? lastende Umstellungsprozesse gegeben. Wie stark die Erfahrung des Wachstums das Denken und Handeln aller Akteure vorstrukturierte und in Organisationen und Abl?ufen institutionell vorausgesetzt war, zeigt sich an den Schwierigkeiten, mit geringeren gesamtwirtschaft? lichen Wachstumsraten, eventuell tempor?rer Stagnation oder gar Schrumpfung zurechtzukommen. Dies gilt f?r private und ?ffent? liche Akteure, f?r Einzelunternehmen, Gewerkschaften und Staat. Der Staat, insbesondere der Bund, ist dabei vor Anforderungen gestellt, deren Widerspr?chlichkeit nahezu allgemein anerkannt ist. Er soll zugleich einen Beitrag zum Abbau der Arbeitslosigkeit lei? sten und die erheblichen j?hrlichen Defizite im Haushalt reduzieren. Das Dilemma liegt darin, da? letzteres nur entweder ?ber Steigerung der ordentlichen Einnahmen oder Ausgabenreduktion m?glich ist, diese beiden Ma?nahmen aber konjunkturell nicht in die Land? schaft passen . Im Herbst 1982 ist die dreizehn Jahre amtierende SPD/FDP-Regierungskoalition haupts?chlich an dieser Frage geschei? tert, die neue CDU/CSU/FDP-Koalition wird sich an ihrem L?sungs? beitrag - wie schwer er auch zu isolieren sein mag - messen lassen m?ssen.Sparpolitik ist als politisches und wissenschaftliches Thema in der Bundesrepublik Deutschland ein Nlc;