Individualisierung geh?rt zu den sozialwissenschaftlichen Schl?sselthemen der Gegenwart. Mit dem zunehmenden Interesse am Ph?nomen der Individualisierung ging allerdings keine Kl?rung seines Bedeutungsinhaltes einher: Individualisierung ist heute ein amorpher Begriff, der alles und nichts erkl?rt. Das vorliegende Buch arbeitet das Verst?ndnis von Individualisierung bei den soziologischen Klassikern heraus und schl?gt eine Br?cke zu einer begrifflichen Basis, von der aus sinnvoll und standortbezogen von Individualisierung gesprochen werden kann. Im ersten, analytischen Teil pr?sentiert die Autorin eine Bestandsaufnahme der Individualisierungsaspekte in den Werken von M. Weber, E. Durkheim, G. Simmel, N. Elias u. a. Im zweiten, synthetischen Teil werden die Theorien in ihren unterschiedlichen Voraussetzungen transparent gemacht, die verschiedenen zentralen Aspekte von Individualisierung erfa?t und einander gegen?bergestellt, so da? die aktuelle Diskussion eine klare Grundlage erh?lt.Als ich vor etwa f?nfzehn Jahren das Studium der Soziologie aufnahm, konnte ich mit Theorien ?berhaupt nichts anfangen, und schon gar nicht mit klassi? schen. Als begeisterte Empirikerin interessierte mich nur die soziale Realit?t, so wie sie ist . Wieso h?tte ich also meine Zeit damit verschwenden sollen, abstrakte (und daher unn?tige) Gedankenkomplexe zu verstehen? Nur durch Zufall stiess ich eines Tages auf einige Schriften von Georg Simmel, dessen ausgefallene Themenauswahl und blumige Sprache eine beson? dere Faszination auf mich aus?bten. So begann ich - mehr aus Spass, denn aus ?berzeugung - auch andere klassische Schriften zu lesen; und ich fing an, hinter der verstaubten Fassade brauchbare Werkzeuge f?r die Untersuchung von sozialen Ph?nomenen zu entdecken. Gleichzeitig wandte ich mich den zeitgen?ssische Theorien zu und stiess ziemlich bald auf das lndividualisierungstheorem . Es war dies eine Begeg? nung, die ich als sehr ern?chternd empfand: Die argumentative Stringenz auf dlC(