Dieser Band enth?lt eine Reihe von Beitr?gen ?ber Leben, Werk und Rezeption des Schriftstellers Alfred Andersch aus der Feder von ausgewiesenen Andersch-Forschern, die kritische Fragen zu einem der wichtigsten Autoren der deutschen Nachkriegsliteratur stellen und dabei Briefe und Nachla?dokumente einbeziehen. Die Andersch-Studien gewinnen an Reiz durch den 'zweiten Blick', den englische, belgische und italienische Wissenschaftler auf die im europ?ischen Rahmen konzipierten, sp?teren Andersch-Romane werfen. Die Besch?ftigung mit dem Werk und seinen vielschichtigen politisch-?sthetischen Spannungen erweist einmal mehr, da? Alfred Anderschs Erz?hlprosa Bestand haben wird. Eine aktualisierte Bibliographie der Forschungsergebnisse in den letzten zehn Jahren rundet den Band ab.Der Schriftsteller Alfred Andersch (1914-1980) w?re im Februar 1994 achtzig Jahre alt geworden - Grund genug, ihn als unbestrittene Schl?sselfigur der Nachkriegsszene mit einem Buch und einem Kongre? ?ber sein Werk zu ehren. Niemand stellt die zentrale Rolle, die der Publizist im Kulturbetrieb des zertr?mmerten Deutschlands spielte, in Frage. Als Mitherausgeber von Der Ruf, Mitwirkender am Skorpion (eine literarische Zeitschrift, die nie erscheinen sollte) und den Frankfurter Heften, als Re? dakteur des Abendstudio und Leiter des Radio-Essays und schlie?lich als Her? ausgeber der Avantgardezeitschrift Texte und Zeichen wurde er zum Initiator eines neuen Literaturverst?ndnisses, das zun?chst in der Gruppe 47 Schule machen sollte: Die Autonomie der Kunst war ihm von Anfang an Vorbedingung f?r ihre politische Aussagekraft. Solchen Ungleichzeitigkeiten stellte er sich auch in seinem eigenen fiktionalen Werk. Und gerade hier, in seiner Rolle als Schriftsteller, die er f?r sich selber um vieles h?her einsch?tzte, als Autor von Kurzgeschichten, Berichten, Romanen, Essays und Reisebeschreibungen (sie kommen in diesem Band alle zur Sprache), sollte ihm die uneingeschr?nkte Anerkennung versagt bleiben. DalÜ