Wenn man heute nach einem Schlagwort suchte, mit dem sich die intellektuelle Debatte bestimmen lie?e, m??te man von einer querelle des modernes et des postmo? dernes sprechen. Dabei verl?uft dieser Streit nicht ?ber eine klar gezogene Frontlinie hinweg - zu diffus sind im einzelnen die Assoziationen, die sich mit der Moderne oder der Postmoderne verbinden. Selbst wenn man - zumindest was den philosophischen Dis? kurs angeht, der sich unter diesem Titel entspannt - mit Vernunftkritik das Thema be? schreibt, das den Einsatz des Streits ausmacht, wird die Lage nicht viel klarer. Auf der einen Seite stehen dann jene, die die Einsicht in die Dialektik des neuzeitlichen Rationali? sierungsprozesses auf den aufkl?rerischen Vernunftbegriff selbst abbilden und dann schlie?en, da? dieser dem Proze? der Emanzipation, den er erm?glichen sollte, tats?chlich selbst im Wege stehe. Dieser Gedanke speist sich einerseits aus der Kritik eines im Medium von Rationalit?t autonom und destruktiv gewordenen technischen Fortschritts wie der als B?rokratisierung erscheinenden Rationalisierung der politischen Vermittlung der Gesellschaft und andererseits aus einem erkenntnistheoretischen und ethischen Skeptizis? mus und Relativismus: Diese beiden Str?nge werden dann zu einer Kritik der Vernunft als eines totalit?ren Mythos zusammengezogen. Auf der anderen Seite weisen dann jene, die das Projekt der Moderne verteidigen, darauf hin, da? Kritik selbstverst?ndlich ein Mo? ment der Selbstreflexion von Vernunft sei, da? Aufkl?rung auch Aufkl?rung ?ber die Grenzen von Rationalit?t beinhalte - nur eben im Medium von rationaler Argumentation.Wenn man heute nach einem Schlagwort suchte, mit dem sich die intellektuelle Debatte bestimmen lie?e, m??te man von einer querelle des modernes et des postmo? dernes sprechen. Dabei verl?uft dieser Streit nicht ?ber eine klar gezogene Frontlinie hinweg - zu diffus sind im einzelnen die Assoziationen, die sich mit der Moderne oder der Postmoderne velÓh