Obgleich die Profession vor allem bei J?ngeren als 'Traumberuf' gilt, landen Journalisten bei Berufsrankings traditionell auf einem der hinteren Pl?tze. Sandra Lieske untersucht, wie sich dieser Widerspruch im Bild des journalistischen Berufsstands bei deutschen Rezipienten tats?chlich gestaltet.Mit einem Geleitwort von Prof. Dr. Christina Holtz-BachaUmfrageergebnisse zum Ansehen bestimmter Berufe, wie sie immer mal wieder von Meinungsforschungsinstituten vorgelegt werden, verweisen eher auf ein relativ schlechtes Image von Journalisten. Auf Skalen, die zur - mittlung des Ansehens verschiedener Berufe in Umfragen eingesetzt w- den, landen Journalisten meist ziemlich weit unten ganz in der N?he von Politikern. In den letzten Jahren scheint das Ansehen von Journalisten sich sogar noch weiter verschlechtert zu haben. Andererseits rangiert der Jour- listenberuf hoch, wenn es um die Berufsw?nsche junger Menschen geht. Obendrein genie?en manche Journalisten Prominentenstatus und erfreuen sich erheblicher Popularit?t; sie sind gefragte Redner, erhalten Fanpost und werden um Autogramme gebeten. Solche Beobachtungen verweisen, wenn nicht auf ein Paradox, so doch wenigstens auf eine gewisse Ambivalenz im ?ffentlichen Image von Jour- listen. Diese ebenso wie die Frage nach den Ursachen w?ren nur f?r Jour- listen interessant und vielleicht auch betr?blich, wenn dem Bild, das sich das Publikum von ihnen macht, nicht auch Wirkungsrelevanz im Massenk- munikationsprozess zugewiesen w?rde. Darauf verwies fr?h schon Gerhard Maletzke in seinem Feldschema der Massenkommunikation (1963), ?hnlich wenig sp?ter Henk Prakke in seinem Ansatz der funktionalen Publizistik (1968). In den achtziger Jahren haben Werner Fr?h und Klaus Sch?nbach mit dem dynamisch-transaktionalen Ansatz dem Journalistenimage wied- um diese Rolle zugewiesen: Ebenso wie das Bild, das sich Journalisten von ihrem Publikum machen, gilt das Bild, das sich das Publikum von Journal- ten macht, als Einflussvariable im Wirkl“b