Rituale sind produktiv. Wurden sie bislang zumeist unterAspekten der Stereotypie, Rigidit?t und Gewalt thematisiert, konzentriertsich die vorliegende Untersuchung auf diejenigen Momente von Ritualen, die Gemeinschaften hervorbringen und gestalten. Rituale dienen hierbei der Gemeinschaft als Medium, Differenzen zu erzeugen und zu bearbeiten, Krisen zu bew?ltigen und ?berg?nge zu strukturieren. Die ethnographisch angelegte Studie zeigt, wie sich soziale Beziehungen in performativen Prozessen von Ritualen und Ritualisierungen bilden.Nachdem Rituale in den Sozial- und Humanwissenschaften mit Ausnahme der Ethnologie in den letzten Jahrzehnten kaum thematisiert worden sind, l finden sie seit einiger Zeit wieder verst?rkt Beachtung. F?r die Entstehung, Aufrechterhaltung und Ver?nderung des Sozialen haben sie eine weitaus gr??ere Bedeutung als dies im allgemeinen angenommen wurde. Zu einem besseren Verst?ndnis der sozialen Bedeutung von Ritualen beizutragen, ist das Ziel dieser Untersuchung. Sie geht davon aus, da? Kontinuit?t beanspru? chende soziale Prozesse h?ufig als Rituale inszeniert und aufgef?hrt werden. Als rituelle Handlungen werden soziale Prozesse bezeichnet, die nach Inten? tion, Inhalt und Kontext sehr unterschiedlich sein k?nnen. Zur Erforschung ritueller Situationen ist es daher erforderlich, mehrdimensionale Konzepte rituellen Handeins zu entwickeln. Dabei mu? von einem grunds?tzlich nicht einholbaren Bedeutungs?berschu? ritueller Prozesse ausgegangen werden, der in ihrem k?rperlichen und performativen Charakter sowie in ihrer Einge? bundenheit in historische und kulturelle Kontexte begr?ndet liegt. Angesichts dieser Situation ist es zun?chst sinnvoll, einige Aspekte rituellen Handeins zu skizzieren, die in unserer Untersuchung zentral sind und ohne deren Ber?ck? sichtigung Rituale und Ritualisierungen nicht angemessen erforscht werden k?nnen.1. Birgit Althans - Die Stadt als performativer Raum - 2.?Kathrin Audehm/J?rg Zirfas - Familie als ritueller Lebensrl³7