Schon lange ist evident, dass die europ?ische Integration vor allem von den Eliten vorangetrieben wird. Dies ist die erste Untersuchung, die diesen Sachverhalt umfassend dokumentiert und erkl?rt. Anhand von Daten ?ber europ?ische Wahlen und Volksabstimmungen, repr?sentativen Surveys, Interviews, Dokumenten und Biografien werden u.a. gezeigt: - die Charakteristika und Entwicklung, Interessen und Privlegien der politischen und ?konomischen Eliten sowie der neuen Eurokratie in Br?ssel; - die Erwartungen und Wahrnehmungen der B?rger und der in vielen Teilen der EU weitverbreitete Skeptizismus; - die Strategien der Eliten, die Zustimmung der B?rger zu gewinnen. Zuletzt werden die historisch-intellektuellen Ideen von Europa mit der Realit?t der Integration seit 1945 konfrontiert und Vorschl?ge zur St?rkung der sozialpolitischen und demokratischen Komponenten der EU entwickelt.Das Problem Am 29. Mai bzw. 1. Juni 2005 lehnten die Franzosen und Niederl?nder die neue ?Verfassung f?r Europa? ab. Diese Ereignisse in zwei wichtigen Gr?ndungsst- ten der Europ?ischen Gemeinschaft wirkten in ganz Europa wie ein Donn- schlag. Sie best?tigten ein Ph?nomen, das kritischen Beobachtern schon lange bewusst war: Die Tatsache, dass sich zwischen Eliten und B?rgern eine erheb- che Kluft im Hinblick auf die Bewertung des Integrationsprozesses aufgetan hat. In nahezu allen fr?heren, nationalen Entscheidungen ?ber den Beitritt zur Union bzw. ?ber wichtige Schritte der institutionellen Vertiefung war die Zustimmung in den nationalen Parlamenten sehr viel h?her gewesen als unter den B?rgern, so ferne dar?ber auch Volksabstimmungen durchgef?hrt worden waren. In zwei der reichsten und demokratisch stabilsten westeurop?ischen L?nder, Norwegen und Schweiz, lehnten die B?rger den Beitritt zur EU ab, obwohl ihre Eliten diesen mit Nachdruck empfohlen hatten. Die Teilnahme an Europawahlen ist ?berall deutlich niedriger als jene bei nationalen Wahlen und sie nimmle