Bernd Stegemann analysiert drei zentrale Theorien: die Aristotelische Poetik, die Hegelsche ?sthetik und die Luhmannsche Systemtheorie und verbindet den poetischen mit dem soziologischen Handlungsbegriff.
Zwischen Bindungslosigkeit und sittlicher Gemeinschaft verlaufen sich die Sehns?chte nach Freiheit und Sicherheit im zu Ende gehenden 20. Jahrhundert. Zugleich w?chst die Klagerede aus Anomie, Angst und Entfremdung. Viele kleine Rituale sozialer Absicherung treten die Nachfolge der wenigen als Ideologien enttarnten Wahrheiten an. Die Beschreibungen der zer? fallenden Gesellschaft reichen von postmoderner Affirmation bis zu komplexen Supertheori? en, die die Bewertung des Zerfalls selbst als nur eine Variante der Beschreibung von Gesell? schaft beobachtbar machen. Folgt man einer Supertheorie, wie etwa der Systemtheorie Niklas Luhmanns, werden die Rituale der Bewertung sozialer Ph?nomene und der Beschw?rung ihrer Defizite, wie z. B. die Bindungslosigkeit, in ihrer Funktion deutlich. Die Vermeidung von Kommunikation ?ber zuvor abgegrenzte Probleme, i. d. Fall ?ber die Grundlagen der Bewer? tung sozialer Ordnung, kann als Technik des Rituals erkannt werden. Ritualisierte Kommuni? kation wirkt als Quasi-Objekt und informiert allein ?ber sich selbst und die Richtigkeit des Vollzugs. ,,1 Diese Reduktion von Wahlfreiheit innerhalb der Kommunikation entspricht der Funktion von Ritualen, Geborgenheit in einer Gemeinschaft und damit zugleich diese selbst herstellen zu wollen. Die sittliche Gemeinschaft als eine Form dieses Zusammenlebens verk?rpert sich in einem bestimmten Verh?ltnis ihrer Mitglieder, welche Regeln unterworfen sind, die nicht Thema der Kommunikation werden d?rfen. Sobald diese impliziten Regeln explizit werden, zerbricht die Sittlichkeit der Gemeinschaft an der pl?tzlichen Erkenntnis ihrer zuvor verborgenen Ausgangs? paradoxie. Das Gesetz mu?te aus der Gemeinschaft entstehen k?nnen und dennoch mehr sein als diese.MlÓ{