Dass Bildung und Macht miteinander zusammenh?ngen und einander bedingen, ist offensichtlich; wie aber das Verh?ltnis beider genauer justiert werden muss, ist weithin umstritten und oszilliert meist zwischen Widerspruch und Funktionsbedingung. Vor diesem Hintergrund unternehmen diese Studien zur Ordnung der Bildung eine machttheoretische Lekt?re der Idee der Bildung und er?ffnen einen irritierenden Blick in die Macht der Bildung. Kernst?ck ist dabei eine Auseinandersetzung mit den ?berlegungen Michel Foucaults, in der Bildung als eine spezifische Strategie der 'F?hrung der F?hrungen' (Foucault) gelesen und insofern als eine der zentralen modernen Mechanismen der Formation von Subjektivit?t analysiert wird.153 und als Kennzeichnung von vern?nftiger Selbstbestimmung, freier Selbstentfaltung und individueller Selbstverwirklichung qua Wissen und Reflexivit?t ausgeben. Es ist vielleicht dieser bis heute immer wieder beschworene Humanismusvorschu? und die daraus resultierende vermeintliche Vorz?glichkeit der Bildung (vgl. Meyer- Drawe 1999a, 162), die jene davor bewahren, allzu leicht mit Machtfragen vermischt oder gar identifiziert zu werden: Dabei gilt Bildung [. . . ] trotz aller Unterschiede im einzelnen als der noblere Ausdruck. Erziehung kann, selbst wenn sie mit emanzi- torischen Potentialen ausgestattet wird, an diese Vorz?glichkeit nicht heranreichen 2 (ebd. ) . Nur folgerichtig hat sich insbesondere bildungstheoretisch eine durchaus bis heute gepflegte Thematisierungsform des Verh?ltnisses von Bildung und Macht durchgesetzt, die die prinzipielle oder wenigstens ideelle Unvereinbarkeit von Bildung und Macht behauptet und insbesondere in Heydorns Diktum vom Wid- spruch von Bildung und Herrschaft (Heydorn 1979) ihre pointierte Gestalt erhalten hat; auch wenn deren Zuspitzung, dass die Frage der Bildung letztlich nur als Frage nach der Liquidation der Macht(ebd. 337) gelesen werden k?nne, in dieser Sch?rfe wohl kaum von allen (noch) geteilt wilÆ