Alter und Schauplatz der Weltgeschichte ist gering im Vergleich mit dem des gesamten Menschengeschlechtes. Unser Planet war wohl l?ngst bewohnt, ehe aus dem urw?chsigen Ebben und Fluten der Menschheit die Ans?tze eines bleibenden historischen Niederschlages sich bildeten. Auch dann als bereits die Pharaonen der drei ersten Dynastien von Memphis ihre monumentale Geschichte damit begonnen hatten, dass sie ihre Pyramidengr?ber als die unverw?stlichen Zeugen ihres Daseins an den H?henrand des Niltales pflanzten, besa? noch kaum ein anderes Volk der Erde eine historische Kunde seiner Vorzeit. Dass die Kunstgeschichte mit der Weltgeschichte Hand in Hand gehe, ist klar. Kunstdenkm?ler ohne historische Marken, wie die Zentralamerika's, sind zumeist ein versiegeltes Buch. Auch ist unbedingt zuzugeben, dass der Schauplatz der Kunstgeschichte noch weit enger begrenzt ist, als der Raum der Weltgeschichte, indem manche V?lker in die letztere eingegriffen haben, welche entweder aller Kunst abhold oder bei vorgeschrittenem Kulturbed?rfnisse zufrieden waren, sie von den Nachbarn zu borgen, ohne selbstt?tig an ihrer Entwicklung sich zu beteiligen. Was dagegen das Alter der Kunst?bung einzelner V?lker betrifft, so ?berragt dies mehrmals das der historischen ?berlieferung, wie es z.B. mit ?gypten, Mesopotamien und Etrurien der Fall ist, wo die Ergebnisse der Dankm?lerforschung weit bedeutender sind, als die bisherige historische Kunde, und wo gerade die Kunstdenkm?ler viel gewichtigere und verl?ssigere Bausteine f?r die Erkenntnis der ?ltesten Geschichte und des Lebens jener V?lker darbieten als die entstellten Traditionen. [...] Dieses Buch ist ein Nachdruck der historischen Originalausgabe von 1866.