Das Buch schildert die Grundz?ge der Entwicklung des Strafprozessrechts in Wissenschaft und Gesetzgebung der Fr?hen Neuzeit. Ausgehend von der Entstehung der Strafprozesswissenschaft im sp?tmittelalterlichen Oberitalien verfolgt es die Entwicklung bis an die Schwelle zum Kodifikationszeitalter. Aus einer Vorlesung hervorgegangen, bietet es eine anschauliche Darstellung des allm?hlichen Vordringens inquisitorischer Strukturen vor allem in Italien, Frankreich und Deutschland im Zusammenspiel der Wissenschaft mit Gerichtspraxis und Gesetzgebung der erstarkenden absolutistischen Territorialstaaten. Gegen diese Strukturen und ihre Missst?nde (vor allem die gerichtliche Folter und generell die ohnm?chtige Position des Beschuldigten) richtet sich die Kritik der Humanisten, der Vertreter des Natur- und Vernunftrechts und der Aufkl?rer. Als einer der f?hrenden Rechtshistoriker Italiens kann der Verfasser insbesondere die Bedeutung der f?r ganz Kontinentaleuropa bedeutsamen italienischen Entwicklung aus intimer Kenntnis schildern.
Interest reipublicae ne crimina remaneant impunita.- Die Ausbreitung des inquisitorischen Modells.- Das konsolidierte System bei Julius Clarus.- Pour pourvoir au bien de notre justice.- Die Constitutio Criminalis Carolina.- Die gesetzliche Konsolidierung des inquisitorischen Modells im ?brigen Europa und in Italien.- Praxis und Lehrtradition in Italien vom 16. bis zum 18. Jahrhundert.- Die europ?ische Strafrechtswissenschaft im 15. bis 18. Jahrhundert und die Reaktionen in der Lehre auf das inquisitorische System.- Vorschl?ge und Debatten im Zeitalter des naturrechtlichen Rationalismus: Anton Matthaeus und Christian Thomasius.- Anklage und Inquisition in der Lehre der Aufkl?rungsepoche.- Konkrete Reformen, theoretische Konstruktionen und operative Vorschl?ge an der Schwelle zum Kodifikationszeitalter.
Ettore Dezza is Professor at University of Pl#Ÿ