Nach der Postmoderne kann vom Gewissen als einer identit?tsstiftenden Instanz keine Rede mehr sein. Zur?ck bleibt eine Leerstelle, deren dauerhafte und einseitige Besetzung gerade vom widersprechenden Gewissen verhindert wird. Gewissen, das nicht mehr von einer h?heren Position aus erkennt oder aus tieferer Einsicht urteilt, erscheint nun vielmehr als Platzhalter , ohne selbst den Platz zu beanspruchen. Es vermag nicht Gewissheit zu geben, sondern irritiert vermeintliche Gewissheiten. Damit ist Gewissen keine Instanz, die ?ber gut oder b?se richtet und entscheidet, was getan oder gelassen werden soll. Als Differenzerfahrung dr?ckt Gewissen Widerspr?che aus und bietet Anl?sse zum Anderswerden. Insofern kann Gewissen nicht gebildet werden, sondern fordert Bildung heraus.Der Gewissensbegriff im p?dagogischen Diskurs - Sokrates' zweifelnde Daimonion: Zur Irritation durch das Gewissen - Die Widerspruchsfreiheit der aufgegebenen Existenz und das widersprechende Gewissen - Gewissensbildung zwischen Disziplinierung, Kultivierung und Moralisierung - Wenn Gewissen mit in die Oper geht - Gewissen mit und unter Sollensanspruch Gabriele Wei? hat mit ihrer kenntnisreichen und differenzierten Er?rterung eine profunde argumentative Grundlage gelegt, die bei k?nftigen Revisionen der Gewissensthematik nicht ignoriert werden kann. Erziehungswissenschaftliche Revue, 03/2005Instanz oder Leerstelle? - Das Gewissen nach der Postmoderne Gabriele Wei? ist wissenschaftliche Assistentin am Institut f?r P?dagogik der Universit?t Potsdam.Nach der Postmoderne kann vom Gewissen als einer identit?tsstiftenden Instanz keine Rede mehr sein. Zur?ck bleibt eine Leerstelle, deren dauerhafte und einseitige Besetzung gerade vom widersprechenden Gewissen verhindert wird. Gewissen, das nicht mehr von einer h?heren Position aus erkennt oder aus tieferer Einsicht urteilt, erscheint nun vielmehr als Platzhalter , ohne selbst den Platz zu beanspruchen. Es vermag nicht Gewissheit zu geben, sondern irritlĂ<