Das Buch beschreibt einen Paradigmenwechsel des Kompromi?themas: Aus blo?en Strategien wird eine Lebensform. Gr?nde f?r diesen Wandel entwickelt der Autor sowohl in weltgeschichtlicher wie zeitgeschichtlicher Sicht. Vor dem historischen Hintergrund deutschen Schwarz-Wei?-Denkens bis 1945 werden Grundstrukturen des Kompromi?handelns entwickelt. Die Quellen daf?r reichen teilweise hinter das erste Auftreten des homo sapiens zur?ck: als elementare Erfahrungen von Reziprozit?t und Kooperation, sozialem Vertrauen und einem in gemeinsamer Herkunft und Zukunft gr?ndenden Zeitbewu?tsein. Das Buch stellt unterschiedliche Kompromi?kulturen der Menschheitsgeschichte vor, unter jeweils neuen Bedingungen, Chancen und Einschr?nkungen. F?r die Gegenwart nimmt Greiffenhagen einen Paradigmenwechsel des Kompromi?themas an: Aus einem Arsenal von Klugheitsregeln allseitigen Nachgebens entwickelt sich ein Stil kooperativen Verhaltens. An Beispielen neuer Kompromi?formen beschreibt der Autor diesen Wandel.Das Thema ist alt, die Sache ist uralt. Seitdem ?ber Bedingungen menschlicher Gesellschaft nachgedacht wird, traktieren Philosophen und Theologen die Frage, ob und wieweit der Kompromi? als nachgiebige Vereinbarung erlaubt oder geboten ist. Die politische Philosophie hat den Kompromi? stets im Auge gehabt, auf allen Feldern politischen Handelns und unter Bedingungen aller Regime. Seine N?he zur liberalen Demokratie, zu einer toleranten P?dagogik und zu einer offenen Gesell? schaft ist erst einhundert bis zweihundert Jahre alt, je nach den Perspek? tiven, die man ins Auge fa?t. Im Zuge der politischen Kultur-, Einstel? lungs- und Werteforschung befa?t sich auch die Sozialpsychologie mit dem Thema Kompromi?. Und was die Sache selbst angeht: Der Kompromi? geh?rt zu den ?lte? sten sozialen Erfindungen des Menschen. Er gr?ndet in einer hinter das erste Auftreten des Menschen zur?ckreichenden biologischen Grund? struktur von Gegenseitigkeit, ver?ndert aber sein Erscheinungsbild in wechselndenlS.