Mit der Pers?nlichkeit des Politikers befassen sich haupts?chlich Historiker und Psychologen. In der Politikwissenschaft tritt die Pers?nlichkeit hinter Strukturen und Inhalte zur?ck. Dieses Buch stellt zun?chst die wichtigsten Str?nge der psychologischen Pers?nlichkeitsforschung vor. Anschlie?end schildert es kurz das Design der historiografischen Biografie. Im Mittelpunkt des Buches stehen Kurzbiografien von 33 Staats- und Regierungschefs. Der Schwerpunkt liegt auf der Pers?nlichkeitsbildung in Kindheit, Jugend und fr?hem Erwachsenenalter bis zum Hineinwachsen in die berufliche Politik. Mit dem Konzept des kognitiven Schemas wird versucht, konstante Pers?nlichkeitsmerkmale zu ermitteln, die R?ckschl?sse auf die individuelle Wahrnehmung der politischen Welt erlauben. Die Auswahl von Politikern aus den vergangenen 70 Jahren und aus sechs L?ndern (China, Deutschland, Frankreich, Gro?britannien, Russland/Sowjetunion und USA) f?hrt das Zusammenspiel der Pers?nlichkeit mit historischen Szenarien und den Rollenzw?ngen des politischen Systems vor Augen.Die Politikwissenschaft hat eine Blindstelle. Sie klammert die Pers?nlichkeit aus. Nicht, dass sie die Art und Weise ignorierte, wie politische ?mter und Rollen von verschiedenen Personen wahrgenommen werden. Dies ist, wie die Besch?ftigung mit dem F?hrungsstil der Regierenden zeigt, durchaus der Fall. Aber typischerweise ist der Ansatzpunkt hier das Verhalten in einer politischen Schl?sselrolle, etwa die Adenauersche, Kohlsche oder Schr?dersche Variante der Kanzlerdemokratie oder die pr?sidiale F?hrerschaft eines K- nedy oder Clinton. Die moderne Geschichtswissenschaft teilt mit der Politikwissenschaft die Margina- sierung der Pers?nlichkeit. Dabei hat die Historiografie eine gro?e Tradition in der Biog- fie, d.h. in der Beschreibung von Personen im Kontext ihrer Epoche. Doch in dem Ma?e, wie sich die Geschichtswissenschaft zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte gewandelt hat, ist auch dort das Unbehagen an der Bewertung delă+