In der Kommunikationswissenschaft w?chst das Interesse an der Frage, warum Menschen Massenmedien nutzen und wie sie mit ihnen umgehen. Warf man der fr?hen Mediennutzungsforschung noch Theorielosigkeit vor, so existiert mittlerweile eine Menge von Ans?tzen und Theorien. Dennoch gibt es bislang keine umfassende ?berblicksdarstellung. Der Band soll hier Abhilfe schaffen. In vier Abschnitten entwirft er (1) ein systematisches und wissenschaftshistorisches Bild der Mediennutzungsforschung und ihrer Rahmenbedingungen, erl?utert (2) die wichtigsten Theorien zur allgemeinen Mediennutzung, nimmt (3) spezifische Medienauswahl- und Rezeptionsprozesse unter die Lupe und stellt schlie?lich (4) Mediennutzung im sozialen Kontext dar. Massenmedien sind aus modernen Gesellschaften nicht wegzudenken. Nicht umsonst hat die herrschende Rechtsprechung in Deutschland dem Fernsehger?t den Status einer nicht pf?nd- ren Sache des pers?nlichen Gebrauchs gegeben. Jeder erwachsene Deutsche nutzte 2005 t?glich zehn Stunden Medien, davon achteinhalb Stunden Fernsehen, Radio, Zeitung und das Internet (van Eimeren & Ridder 2005). Eine knappe Stunde davon werden zwei oder mehrere Medien gleichzeitig genutzt, so dass die netto mit Medien verbrachte Zeit etwas k?rzer ist. Ein Vergleich mit 1980 zeigt schlie?lich, dass die Bedeutung der Massenmedien in den vergangenen 25 Jahren erheblich gestiegen sein muss: Damals lag das Brutto-Zeitbudget bei weniger als sechs Stunden. Dabei wurde Mediennutzung schon immer ambivalent gesehen. Bereits im ausgehenden 17. Jahrhundert zog die Zeitungslust mancher Zeitgenossen Kritik auf sich (Stieler 1695). Heute ist die Rede von ?bergewichtigen und sozial isolierten Kindern und Jugendlichen, die den g- zen Tag vor dem Fernseher, Computer oder der Spielkonsole sitzen, von einer zunehmenden Aggressivit?t auf Schulh?fen, von Politikverdrossenheit unter Erwachsenen durch anspruchslose Politikberichterstattung im Fernsehen oder von der generellen VerdummunglC¾